Ruhe im Herzen und Leben

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„Siehe, wer halsstarrig ist, der wird keine Ruhe in seinem Herzen haben, der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben.“ (Habakuk 2,4/Luther 84)

Hier ist ein Vers, in dem in der Lutherübersetzung das Wort ‚Ruhe‘ vorkommt. Interessanterweise, habe ich dieses Wort in anderen Übersetzungen nicht entdeckt. Was auch immer im hebräischen Urtext gemeint ist, Luther hat versucht, diesen Sinn unter anderem mit dem Wort ‚Ruhe‘ wiederzugeben.

In manchen anderen Bibelstellen im Alten Testament scheint das Wort ‚Ruhe‘ sich auf äußere Umstände zu beziehen. Hier ist von innerer Ruhe die Rede.

Im obigen Vers heißt es über bestimmte Leute: „…der wird keine Ruhe in seinem Herzen haben.“ Hier geht es um ein ruhiges Herz.

Im ersten Kapitel erwähnt Habakuk zwei Probleme. Intern im Volk Israel musste der Prophet folgendes beobachten: „Der Gottlose übervorteilt den Gerechten; darum ergehen verkehrte Urteile.“ (Habakuk 1,4). Andererseits sieht Habakuk außenpolitische Schwierigkeiten kommen. Er sagt voraus, dass die Chaldäer eine große Gefahr werden würden.

Wie reagieren wir, wenn es schwierig wird? Inwiefern haben wir Ruhe in unseren Herzen?

Wir lesen: „Siehe, wer halsstarrig ist, der wird keine Ruhe in seinem Herzen haben…“ Habakuk spricht davon, dass bestimmte Leute keine Ruhe in ihrem Herzen haben würden. Aus dem Textzusammenghang geht nicht eindeutig hervor, wer hier mit ‚halsstarrig‘ gemeint ist.

Wer sind die Leute, die keine Ruhe in ihren Herzen haben werden? Ist halsstarrig das Gegenteil von gerecht? Gleich im nächsten Versteil ist ja wieder von den ‚Gerechten‘ die Rede. Gerechtigkeit ist jedenfalls das Gegenteil von Ungerechtigkeit. Sind die Halsstarrigen diejenigen, die andere Volksgenossen übervorteilen?

Der Rest von Kapitel 2,4 ist in der Lutherübersetzung fettgedruckt: „… der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben.“ Diese Worte sind vielen bekannt, weil sie im Neuen Testament zitiert werden.

Der Bibelvers nimmt hier eine überaschende Wendung. Es ist im Alten Testament oft von Gerechten die Rede und vom Halten von Gottes Geboten. Hätte es nicht gepasst, wenn in diesem Vers einfach alle gelobt werden, die ein gutes, anständiges Leben zu führen?

Doch es heißt hier nicht: „Die Gerechten werden durch ihre guten Taten Leben.“ Wir bekommen nicht aufgrund unserer eigenen Leistungen Frieden mit Gott.

Freilich gehört es zum Christsein, dass man sich nach Kräften nach Gottes Wort richtet. Aber ausschlaggebend ist die Frage, ob wir Gott vertrauen.

In der ersten Vershälfte ist davon die Rede, wer Ruhe in seinem Herzen finden wird. Im zweiten Teil geht es darum, wer Leben wird.

Wie können wir Glauben lernen? Wie können wir Gott vertrauen? Wir dürfen zu Jesus kommen. Durch ihn können wir Gott als liebenden Vater erkennen.

Christen finden Ruhe Feature

So heißt mein wöchentlicher Hauptbeitrag, der zumeist am Freitag Abend erscheint.