Christliche Freiheit und christliches Tun

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Seit mehreren Wochen schreibe ich über das Gesetz und christliche Freiheit. Wer sich durch eigene Leistungen bei Gott etwas verdienen will, beschreitet einen überaus mühsamen Weg. Zu groß ist unsere menschliche Neigung, von Gottes Wegen abzuweichen.

Vertrauen auf Gottes Liebe und Gnade ist der Ausweg, den die Bibel uns aufzeigt. Das Leben und Sterben Jesu Christi zeigt uns, dass Gott gerne gnädig ist und dass er bereit ist, unsere Sünden und Verfehlungen zu vergeben.

In der Reformationszeit wurden diese Gendanken mit den Schlagworten „Rechtfertigung aus Glauben“, „Allein der Glaube“ und „Allein die Gnade“ zusammengefasst. Diese Gedanken brachten eine neue Freiheit und inneren Frieden in das Leben des Reformators Martin Luther. Diese Lehre wurde für viele Menschen zu einem Symbol für Freiheit.

Der Apostel Paulus hatte einst die Gläubigen in Galatien ermutigt: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!“ (Galater 5,1/Luther 84). Das sind biblische Wahrheiten, die jeder Christ verinnerlichen sollte.

Nun könnte man aber auch anders herum fragen: Wenn wir es sowieso von uns aus nicht schaffen, so gut zu leben, wie Gott es von uns möchte, und wenn Gott so gnädig ist, ist es dann nicht gleichgültig wie wir leben? Ist das Evangelium des Paulus und die Lehre der Reformatoren denn womöglich ein Freibrief, Fünfe gerade sein oder wie man auf gut schwäbisch sagt, die Sau ‘raus zu lassen?

Ebenfalls im fünften Kapitel des Galaterbriefs geht der Apostel Paulus auch auf diese Fragen ein. Er schreibt: „Ihr aber, liebe Brüder, seid zur Freiheit berufen. Allein seht zu, dass ihr durch die Freiheit nicht dem Fleisch Raum gebt; sondern durch die Liebe diene einer dem andern. Denn das ganze Gesetz ist in einem Wort erfüllt, in dem: ‚Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!‘ Wenn ihr euch aber untereinander beißt und fresst, so seht zu, dass ihr nicht einer vom andern aufgefressen werdet.“ (Galater 5,13-15/Luther 84).

Paulus betont also die Nächstenliebe. Aber kann das nicht auch ein Versuch sein, sich durch Werke etwas bei Gott zu verdienen? Diese Frage würde ich ohne weiteres mit ‚Ja‘ beantworten. Zudem wird sich auch sehr oft zeigen, dass unsere Liebestaten recht unvollkommen sein können. Manchmal tun wir etwas in der besten Absicht wie wir meinen, aber andere empfinden trotzdem, dass wir sie benachteiligen.

Galater 5,6: „Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist.“ Hier nennt Paulus Glaube und Liebe zusammen. Liebe ist für Paulus ein Kennzeichen wahren Glaubens. Ein Christ soll Liebe üben aufgrund seines Glaubens. Das Wissen, dass Gott mich annimmt und mir vergibt, befreit mich, auch meinerseits andere anzunehmen und zu vergeben.

Im Zentrum meines Blogs stehen die Worte Jesu in Matthäus 11,28-30. In Vers 29 fordert Jesus uns auf: „Nehmt auf euch mein Joch…“ Ein Joch hat etwas mit Arbeit zu tun. Es geht um Taten und Handeln. Das Joch leitet uns und gibt unserem Leben eine Richtung.

Dennoch steht die Vertauensbeziehung zwischen dem Gläubigen und Jesus als dem Jochgeber im Vordergrund. Wir dürfen mit unserer Not zu ihm kommen. Wir dürfen entspannt von ihm lernen. Wir dürfen wissen, dass er sanftmütig und von Herzen demütig ist. Er überfordert nicht. (Vgl. Matthäus 11,28-30)

Christen finden Ruhe Feature

So heißt mein wöchentlicher Hauptbeitrag, der zumeist am Freitag Abend erscheint.