Für Jesus leben

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Trotz moderner Technik geht es auch heute auf Baustellen nicht ohne menschliche Arbeitskraft.

 

Als ich Kind war, gab es bereits Autos – freilich weitaus weniger als heute. Auch der Traktor war schon erfunden. Dennoch kann ich mich erinnern, dass ich selten noch gesehen habe, wie Bauern mit einem von Tieren gezogenen Wagen unterwegs waren.

Ochsenkarren sind meines Wissens bei uns heutzutage bestenfalls bei folkloristischen Veranstaltungen und Umzügen in Gebrauch. Irgendwie ist mir in Erinnerung, dass Ochsen, die einen Wagen ziehen, sehr friedlich und anmutig wirken können.

Sicher gab es auch in neutestamentlicher Zeit glückliche Ochsen, die ein Gespann zogen. Das Glück der Tiere hing freilich von verschiedenen Faktoren ab. Ein rücksichtsloser und grober Bauer könnte eine Belastung für seine Zugtiere sein. Wenn die Jochvorrichtung den Tieren gut passt und sie nicht drückt, kann das Lastenziehen eine fröhliche Sache sein. Ich kann mir gut vorstellen, dass z.B. arme Leute vielleicht nur sehr einfache Joche hatten, die recht unbequem sein konnten.

Die Menschen, die Jesu Worte hörten, hatten vermutlich beides vor Augen: Glückliche Last- und Arbeitstiere und solche, die sich quälten. Auch in ihrem eigenen Erleben kannten sie Momente des Glücks und belastende Erlebnisse.

Jesus sagt: Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“ Jesus lädt uns ein, ihm zu folgen und für ihn zu leben. Beide positiven Bedingungen sind gegeben: Jesus ist ein umsichtiger und rücksichtsvoller Meister und er hat qualitativ gute und bequeme Arbeitsmittel für uns zur Verfügung: Sein Joch drückt nicht. Deshalb können wir bei Jesus Ruhe und Erfüllung finden.

„Nehmt auf euch mein Joch“ – was heißt das nun praktisch? Zunächst einmal geht es um eine Grundsatzentscheidung: Herr Jesus, ich möchte dir dienen. Ich möchte, dass du mein Herr und Meister bist. Nimm mein Leben in deine Hände und führe mich. Vergib mir alle meine Verfehlungen und leite mich auf dem Weg zu der Ruhe und Erfüllung, die du schenkst.“

Ein Bauer hatte unterschiedliche Aufgaben für seine Tiere. Manchmal sollten sie einen Wagen ziehen, manchmal einen Pflug. Wie möchte Jesus uns einsetzen?

Zunächst einmal, geht es um die Pflichten und Arbeiten, die wir sowieso schon haben. Berufliche Tätigkeiten, Fürsorge und Erziehung für Kinder sowie behinderte oder alte Familienmitglieder.

Die Aufgaben, die wir seither wahrnehmen, sollen wir nun für Jesus tun. (Ausgenommen sind natürlich solche Tätigkeiten, die in sich sündhaft sind. Ein Berufsverbrecher kann nicht sagen, er wolle in Zukunft für Jesus andere Menschen berauben oder schädigen. Solches Verhalten ist gegen Gottes Gebote.)

In Kolosser 3,17 lesen wir: „ Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.“ Kurz darauf in Vers 23 schreibt Paulus an abhängig Beschäftigte (damals Sklaven): „Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen.“

Das Joch Jesu auf sich nehmen, bedeutet demnach, für Jesus zu leben. Es geht nicht nur um fromme Aktivitäten, sondern um unser ganzes Leben, um alles was wir reden und tun.

(In einem früheren Beitrag habe ich Kolosser 3,17 ausgelegt. Wer möchte kann diesen Beitrag hier nachlesen.)

Christen finden Ruhe Feature

So heißt mein wöchentlicher Hauptbeitrag, der zumeist am Freitag Abend erscheint.