Gesetz und christliche Freiheit

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Blick auf den Kirchturm in Öhringen

 

„Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!“ (Galater 5,1/Luther 84).

In Matthäus 11,29 sagt Jesus: „Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir…“ Derzeit behandle ich Verse im Neuen Testament wo auch von einem Joch die Rede ist. In Matthäus 11,29, in dem oben wiedergegebenen Vers und in Apostelgeschichte 15,10 (vgl. die letzten beiden Beiträge) wurde jeweils das gleiche griechische Wort im Luthertext mit ‚Joch‘ wiedergegeben. Insgesamt kenne ich vier Stellen im Neuen Testament in denen das griechische Wort ‚zugos‘ mit ‚Joch‘ übersetzt wurde.

Im Grunde geht es auch in meinem heutigen Bibelvers um das gleiche Thema wie in den letzten beiden Wochen. Wer versucht, sich durch eigene Werke Anerkennung bei Gott zu verschaffen, nimmt eine schwere Last auf sich. Wer vor Gott durch das Einhalten von Geboten und Gesetzen gerecht werden will, der muss genau darauf achten, dass er alle Gebote hält. So wird der Mensch unfrei und ein Knecht.

In diesem Jahr erinnern wir uns besonders an die Reformation und an Martin Luther. Luther setzte sich damals mit dem Katholizismus seiner Zeit auseinander. Oftmals wenn in der Bibel vom jüdischen Gesetz die Rede ist, redet der Reformator über die Gebote und Auflagen der damaligen römisch katholischen Kirche.

Im sechzehnten Jahrhundert waren viele Menschen ziemlich arm. Die Messen wurden auf lateinisch abgehalten, eine Sprache, die das einfache Volk nicht verstehen konnte. Die Leute konnten froh sein, wenn die Geistlichkeit ihnen etwas in verständlichen Worten sagte.

Damals kamen Kirchenmänner, die sogenannte Ablassbriefe verkauften: „Wenn ihr so einen Brief kauft, dann wird alles gut!“. Ihr könnt Gottes Vergebung von uns abkaufen und dadurch werden euch auch Strafen für eure Sünden erlassen.

Menschen damals dachten an Gott oftmals in erster Linie als an einen strafenden Gott. Das Verhalten der geistlichen (und der weltlichen) Obrigkeit begünstigte diese Einstellung. Sie waren leicht dabei, der armen und leidenden Bevölkerung noch zusätzliche Steuern und Abgaben aufzuerlegen. Die Ablassbriefe waren formal keine Steuer, aber sie waren auch eine Möglichkeit, um Geld von der Bevölkerung einzutreiben.

„Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“ – Diese Frage spielte im Leben Martin Luthers eine große Rolle. Als Mönch versuchte er sich durch das Einhalten sehr strenger Regeln Gottes Gnade zu erarbeiten.

Sein Leben erfuhr eine entscheidende Wende, als er beim Lesen der Bibel auf eine Stelle im ersten Kapitel des Römerbriefs stieß. Dort steht geschrieben, dass Gott den Menschen durch den Glauben an Jesus Christus gerecht spricht. (Vgl. Römer 1,16+17). Diese Erkenntnis eröffnete dem Reformator eine neue Zuversicht und eine neue Freiheit.

Im oben zitierten Bibelvers wendet der Apostel Paulus sich an Menschen, die an Jesus Christus glaubten. Er fordert sie auf, sie sollten ihre christliche Freiheit nicht aufgeben. Sie sollten nicht anfangen zu glauben, sie könnten sich doch durch Einhalten von Gesetzeswerken vor Gott etwas erarbeiten.

Paulus sagt: Das Gesetz bedeutet Knechtschaft. Der Glaube an Jesus Christus bringt Freiheit.

Christen finden Ruhe Feature

So heißt mein wöchentlicher Hauptbeitrag, der zumeist am Freitag Abend erscheint.

7 Gedanken zu „Gesetz und christliche Freiheit

  1. Wichtig wäre noch, dass der Leser gleich erfährt was dieses Wort ζυγός bedeutet. Der griechisch unkundige Leser stellt wohl nicht gleich den Bezug zum Joch her, obwohl man von „Zug“ her vielleicht darauf schliessen kann.

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  2. In den letzten Monaten habe ich überwiegend die Worte Jesu: „Nehmt auf euch mein Joch“ behandelt. Jetzt gerade schreibe ich über Bibelverse in denen auch von einem „Joch“ die Rede ist. Das griechische Wort hätte ich auch weglassen können. Ich wollte aber sagen, dass das Wort Joch in diesen Bibelstellen auch auf das selbe griechische Wort zurückgeht.

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  3. Danke für diesen Hinweis. Ich hoffe, dass solche Fehler in Zukunft nicht mehr vorkommen und ich immer genug Zeit habe, um meine Beiträge zu überprüfen. Inzwischen habe ich den ganzen ersten Absatz überarbeitet. Schade, dass viele, die jetzige klarere und richtigere Version wahrscheinlich nicht mehr lesen werden. Vielleicht werde ich diese drei Kommentare irgendwann löschen, denn jetzt ist aus obigem Text nicht mehr erkennbar, worum es ging.

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  4. Der Begriff ‚Gesetz‘ hat nicht immer die selbe Bedeutung. Man kann beispielsweise von den fünf Büchern Mose als von dem Gesetz sprechen. Man kann aber den Begriff Gesetz auch als Sammelbegriff für biblische und außerbiblische Regeln und sogar für Sitten und Gebräuche gebrauchen.

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