Welches ‚Joch‘ soll es denn sein?

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„Warum versucht ihr denn nun Gott dadurch, dass ihr ein Joch auf den Nacken der Jünger legt, das weder unsere Väter noch wir haben tragen können? Vielmehr glauben wir durch die Gnade des Herrn Jesus selig zu werden, ebenso wie auch sie.“ (Apostelgeschichte 15,10+11/Luther ’84).

Nach langen Diskussionen hatte sich Petrus zu Wort gemeldet. Die Apostel hatten sich in Jerusalem versammelt, weil es – aus damaliger Sicht – gewichtige Fragen zu klären gab.

Jesus war ein Jude gewesen. Seine Jünger waren allesamt Juden.

Inzwischen hatte die Botschaft von Jesus sich weiter verbreitet. Z.B. hatten Paulus und Barnabas viele Orte außerhalb des Heiligen Landes bereist, um dort über Jesus Christus zu predigen. Dabei waren auch viele Heiden zum Glauben an Jesus gekommen. Sollte man nun von diesen ‚Heidenchristen‘ verlangen, dass sie sich jetzt offiziell der jüdischen Religion anschließen?

Wenn man diese Fragestellung verstehen will, muss man daran denken, dass Jesus für die Jünger eine Antwort war auf Probleme und Hoffnungen, die sich aus dem jüdischen Glauben ergaben. Sie erkannten in Jesus den verheißenen Messias Gottes.

Sie wollten gute Juden sein. Sie hörten zu wie Jesus zu ihnen sprach und sie glaubten und folgten seinen Worten.

An Pfingsten erlebten sie eine Zeit der Erquickung, als der Geist Gottes auf sie herabkam. Einst hatte Jesus gesagt: „Kommt zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.“ Am ersten Pfingstfest bekamen sie Kraft aus der Höhe.

Außer denen, die Jesus persönlich gekannt hatten, waren inzwischen auch viele andere Juden zum Glauben an Jesus gekommen. Einige von diesen sagten nun mit der größten Selbstverständlichkeit, dass gläubig gewordene Heiden sich nun beschneiden lassen müssten. Sie sollten dem mosaischen Gesetz entsprechend Juden werden. Man müsse diese Gläubigen heidnischer Abstammung nun im Gesetz Mose unterweisen.

In den eingangs zitierten Versen erinnert Petrus an die großen Probleme der israelitischen und jüdischen Väter. Immer wieder waren sie von den Geboten Gottes abgewichen. Immer wieder hatten sie Gott betrübt und enttäuscht.

Petrus bezeichnet das jüdische Gesetz hier als ein schweres Joch. Er sagt, weder die Väter, noch sie selbst hätten es geschafft, dieses Joch in rechter Weise zu tragen.

Wer versucht, Gott durch eigene Werke gnädig zu stimmen, der bürdet sich eine schwere Last auf. Weil die Jünger sich mit dem Alten Testament beschäftigt hatten, war ihnen bewusst, wie leicht sie versagten, wenn es darum ging, Gottes Gebote einzuhalten.

Petrus fasste zusammen: „Vielmehr glauben wir, durch die Gnade des Herrn Jesus selig zu werden, ebenso wie auch sie.“  (Apostelgeschichte 15,11).Weil sie den Geist Gottes empfangen hatten, wussten sie, dass Gott sie angenommen hatte.

Im obigen Vers in der Apostelgeschichte steht das gleiche griechische Wort für Joch wie in Matthäus 11,29. Der Versuch, Gott durch Gesetzeswerke gnädig zu stimmen ist ein schweres Joch. Jesus aber lädt uns ein, wir sollten stattdessen sein Joch auf uns nehmen: „Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“ (Vgl. Matthäus 11,29+30).

Christen finden Ruhe Feature

So heißt mein wöchentlicher Hauptbeitrag, der zumeist am Freitag Abend erscheint.

 

11 Gedanken zu „Welches ‚Joch‘ soll es denn sein?

  1. In einem anderen Beitrag habe ich geschrieben, dass Gott kein willkürlicher Tyrann ist, sondern ein Gott des Rechts. In diesem Beitrag habe ich eher betont, dass Gott darüber hinaus auch ein gnädiger Gott ist. – Wenn alle Menschen sich nur nach den zehn Geboten richten würden, dann wäre diese Welt ein besserer Ort!

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  2. Wenn Gott ein Gott des Rechts ist, so ist die evangelikale Rosinenpickerei null und nichtig.

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