Freunde Jesu

 

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(Das Foto zeigt Tiere der Wilhelma Stuttgart. Den Bibelvers habe ich nach der Lutherübersetzung von 1984 wiedergegeben.)

 

„Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch liebe. Niemand hat größere Liebe denn die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete. Ich sage hinfort nicht, dass ihr Knechte seid, denn ein Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe ich gesagt, dass ihr Freunde seid: denn alles, was ich von meinem Vater gehört habe, habe ich euch kundgetan.“ (Johannes 15,12-15/Luther 84).

Nach der Einsetzung des Abendmahls und noch bevor er in Gethsemane festgenommen wurde, verbrachte Jesus Zeit mit seinen Jüngern und redete mit ihnen. Die Kapitel 14 bis 16 im Johannesevangelium bezeichnet man auch als die Abschiedsreden Jesu. Jesus bereitet seine Jünger darauf vor, dass er ihnen weggenommen wird. Es wird ein schmerzliches Erlebnis für seine Jünger sein. Er sagt ihnen aber auch, dass er sie nicht alleine lassen wird. Wenn er dann bei seinem Vater im Himmel ist, wird er ihnen den Heiligen Geist senden.

Jesus deutet an, dass er sein Leben würde lassen müssen. Das würde auch zum Wohl seiner Jünger geschehen.

Jesus betont wie wichtig es ihm ist, dass die Jünger sich gegenseitig lieben sollen. Gerade wenn er nicht mehr bei ihnen ist, kommt es besonders darauf an, dass die Jünger zusammenhalten. Sie sollen sich etwa nicht gegenseitig verraten, um sich selber aus der Affäre zu ziehen. Er benennt ein Kennzeichen außerordentlicher Liebe: „Niemand hat größere Liebe denn die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde.“

Jesus spricht über seine Liebe und Zuneigung zu seinen Jüngern. Er hat ihnen sein Herz ausgeschüttet. Er hat ihnen gesagt, was bevorsteht. Er hat ihnen mitgeteilt, was sein himmlischer Vater ihm gezeigt hat. Deswegen bezeichnet er seine Jünger nicht als Knechte, sondern als Freunde. Er liebt seine Jünger und er hat offen mit ihnen geredet. Er hat ihnen Dinge gesagt, die ein Knecht üblicherweise über seinen Herrn nicht wissen könnte.

Er benennt einen allgemeinen Grundsatz, wann er seine Jünger als Freunde ansieht: „Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.“ Unmittelbar zuvor gebietet er den Jüngern, dass sie sich gegenseitig lieben sollen. Sie sollen sich seine Liebe zu ihnen zum Vorbild nehmen.

Als sie sich zu Tische setzten an der Stätte wo sie das erste Abendmahl einnahmen, wusch Jesus seinen Jüngern die Füße. Das war eine Tätigkeit, die nicht üblicherweise Lehrer für ihre Schüler verrichteten, sondern wenn, dann eher umgekehrt.

„Wenn nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr euch untereinander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe.“ (Johannes 13,14+15/Luther 84).

Diese oben wiedergegebenen Verse zeigen Jesu Zuneigung zu seinen Jüngern. Er ist kein distanzierter, gefühlskalter Herr und Meister. Er geht auf eine emotionale Beziehung mit denen ein, die auf seine Worte hören und gehorchen.

In Matthäus 11,29 sagt Jesus: „Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.“ Wer sich auf Jesus als Herrn einlässt, begegnet einem sanftmütigen und demütigen Meister. Er geht auf uns ein. Er ist bereit, uns Freunde zu nennen und uns entsprechend zu behandeln. Er möchte sich uns mitteilen und uns seine Liebe zeigen.

Christen finden Ruhe Feature

So heißt mein wöchentlicher Hauptbeitrag, der zumeist am Freitag Abend erscheint.

 

5 Gedanken zu „Freunde Jesu

  1. Das ist wahr!
    Jesus lebt uns! Aber er hat nicht nur Gefühle zu uns sondern beweist seine Liebe zu uns indem Er für uns stirbt.
    Weiterhin betont Jesus, wie wichtig es ihm ist, dass die Jünger sich gegenseitig lieben sollen. Und das wird in der letzten Zeit immer weniger der Fall sein. Doch die, die Gott lieben, halten auch Jesu Gebote – seine Anweisungen und Worte. Jesus hat uns ein Beispiel gegeben.
    => Anweisung: Liebt einander!
    => Ein Beispiel Jesu. Was Er für uns tat, so auch wir sollen für einander da sein!
    => Auftrag und eine Aufforderung zu handeln:
    „Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.“

    Ich will Ihm folgen!

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  2. Danke für diese Gedanken! Danke für die Anmerkung, dass Jesu Liebe zu uns sich nicht nur in Gefühlen, sondern auch in Taten ausdrückt: Die größte Liebestat Jesu ist,, dass er sein Leben für uns gelassen hat. – In meinem Beitrag habe ich betont, dass Jesus kein gefühlskalter Herr und Meister ist. Das ist eine Antwort auf die Frage, die mancher möglicherweise stellen wird: „Was kommt auf mich zu, wenn ich mich auf Jesus einlasse?“. – Ich versuche die Beziehung zwischen dem Herrn und seinen Nachfolgern zu beschreiben. Aufgrund der Worte: „Nehmt auf euch mein Joch“, beschreibe ich die Beziehung eines Bauern zu seinen glücklichen Arbeitstieren.

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  3. Ehrlich gesagt kann ich da nur die Augenbrauen hochziehen: „Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich Euch gebiete!“ Allein schon das Wort gebieten schließt Freundschaft aus, finde ich. Aber wahrscheinlich entgeht mir der tiefere Sinn.
    Deine Erläuterungen und Gedanken finde ich gut, aber wie gesagt der Spruch…..

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  4. „Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch liebe. Niemand hat größere Liebe denn die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete. Ich sage hinfort nicht, dass ihr Knechte seid, denn ein Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe ich gesagt, dass ihr Freunde seid: denn alles, was ich von meinem Vater gehört habe, habe ich euch kundgetan.“ (Johannes 15,12-15/Luther 84).

    Ehrlich gesagt kann ich da nur die Augenbrauen hochziehen: „Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich Euch gebiete!“ Allein schon das Wort gebieten schließt Freundschaft aus, finde ich.

    Wenn ich die Schwierigkeit des Verstehens dieser Verse richtig wahrgenommen habe, dann besteht das Problem darin, dass Jesus von uns etwas fordert und gleichzeitig sagt ich bin dein Freund.
    Hat eine Freundschaft eine Bedingung? Ist es überhaupt eine Freundschaft, wenn sie eine Bedingung hat?

    was kann man dazu sagen?

    wenn ich an meine Frau denke und ihr sagen würde:
    Liebe Elena, ich liebe Dich und wir sind Freunde, WENN Du für mich kochst… oder irgendwas anderes. Dieses WENN zerstört unsere Ehe und sie ist auf der falschen Grundlage fundiert.

    Was ich mich frage, ist es die Freundschaft zwischen Jesus und einem Menschen gleich einer Freundschaft zwischen den Menschen zu stellen?

    Jesus ist unser Freund aber Er ist auch unser Gott und Schöpfer und Er will unser Leben verändern und unsere zwischen menschliche Beziehungen auf die richtige Spur bringen.
    Wenn wir nur den bösen Gott hinter seinen Aufforderungen sehen, dann haben wir desgleichen Problem, wie auch Luther gehabt hat:

    Wie kann ich einen gnädigen Gott finden?

    Luther hat gezweifelt bis er er die Gnade Gottes gefunden hat.
    Jesus liebt uns und Er stirbt für unsere Sünde und versöhnt uns mit Gott. Wir können zu unserem Heil nichts beitragen. Das ist Gnade!
    -Bedingungslos-

    Was er von uns erwartet ist Glaube und Gehorsam seinem Wort.
    Jesus sagte ein mal: Ich bin die Auferstehung und das Leben!
    – Glaubst Du das?

    Wenn man dann sagt – aber das ist doch schon eine Bedingung!

    Aber was für eine?

    Ist sie gleich zu stellen mit der Bedienung, welche ich meiner Frau gestellt habe?
    Wenn du mich liebst dann…? das ist doch Liebe zu sich selber und im Endeffekt purer Egoismus!

    Jesu Bedingung ist was anderes. oder?

    „Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch liebe. Niemand hat größere Liebe denn die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde.“

    Jesus liebt uns! Er hat sein Leben für uns gelassen! Hat Er dann kein Recht zu sagen, folgt meinem Beispiel nach und tut wie ich euch gezeigt habe?
    Hat Er kein Recht uns zu korrigieren?

    Wenn ich seine Liebe nicht empfangen habe und nicht verstehe, was er für mich getan hat, dann habe ich auch Schwierigkeiten mit dem Gehorsam. Ich werde keinen Sinn darin sehen mein Leben nach seinen Geboten auszurichten.

    Wir werden auch nicht zu den Freunden Jesu oder den Kindern Gottes, wenn wir etwas gutes tun. Das ist nicht die Aussage Jesu indem Vers und überhaupt.
    Sondern ein Gebot an die die schon seine Freunde sind und fragen sich wie kann ich mit Jesus leben.

    ich hoffe meine Gedanken haben Ihnen geholfen!
    Gottes Segen und möge Jesus euch sein Wort verständlich machen. Das ist auch mein Gebet für mich selber:)

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  5. Ich denke man muss den Vers im Zusammenhang verstehen. Es heißt dort: Ich nenne euch nicht mehr Knechte. Jesus war ein Lehrer für die, die ihm nachfolgten. Damit war er in einer übergeordneten Stellung. Vermutlich war es üblich, dass Rabbiner ihre Schüler als Knechte oder Diener bezeichneten. Jesus sagt hier, dass er von diesem Muster abrückt und seine Jünger als Freunde bezeichnet, wenn sie auf seine Worte hören. Und in vielem haben sie ja auf seine Lehre gehört. Hier betont er aber sie sollen sich untereinander lieben und dass er sie liebt. – (Zuerst sollte man also danach fragen, was diese Worte für die Jünger bedeuteten, zu denen Jesus diese Worte ursprünglich sagte. Diese Vorgehensweise nennt man Exegese oder Auslegung.)

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