Endlich ausgesorgt! Oder womöglich doch nicht?

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„Und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat für viele Jahre, habe nun Ruhe, iss und trink und habe guten Mut!“ (Lukas 12,19/Luther 1984).

Jesus erzählt hier in einem Gleichnis von einem Mann, dem es augenscheinlich gelungen ist, sich auf längere Sicht wirtschaftlich abzusichern. Er hatte eine gute Ernte gehabt. Er entschloss sich, in verbesserte Vorratshaltung – sprich größere Scheunen – zu investieren. Er malte sich aus, dass ihm, was er nun zur Verfügung hatte, auf Jahre hin reichen würde. Er brauchte sich keine Sorgen mehr um sein tägliches Brot zu machen.

Es gibt viele Arten wie wir uns erhoffen, Ruhe zu finden. Wir laufen in den Hafen der Ehe ein. Wir schließen Versicherungen ab, um uns für alle möglichen Eventualitäten abzusichern. Wir zahlen Beiträge, damit wir auch als Rentner einmal in stabilen finanziellen Verhältnissen leben können.

Wir strengen uns an, um unsere berufliche und gesellschaftliche Stellung zu sichern oder auch zu verbessern. Wir planen wo und wie wir einen schönen Urlaub verbringen möchten, um so richtig auszuspannen. Wir möchten mit Familie oder Freunden zusammen sein und diese Zeit genießen.

Aber was ist, wenn doch etwas dazwischen kommt? Wenn etwas Unvorhergesehenes plötzlich unsere Hoffnungen zunichtemacht und unsere Pläne durchkreuzt?

Was trägt uns hindurch, wenn alles anders kommt, als wir es uns gewünscht hätten? Was bleibt uns dann?

Jesus erzählt seine Gleichnisgeschichte weiter. Gott spricht zu dem reichen Kornbauern, der wohl für viele Jahre ausgesorgt hat: „Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird dann gehören, was du angehäuft hast?“ (Vers 22).

Es liegt nicht in unserer Hand, wie lange wir leben. Wir wissen auch nicht so genau, ob wir krank oder gesund sein werden. Sicherheiten, auf die wir uns verlassen, können plötzlich dahinschwinden.

Jesus zieht das folgende Resümee aus seiner Geschichte: „So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott!“ (Vers 23). Materielle Dinge haben nur begrenzten Wert. An andere Stelle spricht Jesus von „Motten, Rost und Dieben“. Sie können den Wert diesseitiger Güter schmälern.

Was bedeutet aber „reich sein bei Gott“? Jesus möchte, dass wir danach fragen, was in Gottes Augen Bestand hat.

Es gibt andere Werte als Zielstrebigkeit und Erfolg. In der Bibel ist viel von Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft die Rede. Den Mitmenschen gerecht werden ist ein Thema, Gottvertrauen ist ein anderes.

Aufgrund einer gesunden Beziehung zu Gott können wir es lernen auch mit unseren Mitmenschen entsprechend umzugehen. Die Kraftquelle eines Christen, um ein ethisch und moralisch gutes Leben zu führen ist sein Vertrauen in die Güte Gottes.

Jesus lädt uns ein, bei ihm Ruhe zu finden: „Kommet her zu mir … lernet von mir … so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.“ (Matthäus 11,28+29). Er will unser Rückhalt sein, selbst wenn andere Sicherheiten zerbröseln. Von ihm können wir lernen, wie wir „reich bei Gott“ werden.

Christen finden Ruhe Feature

So heißt mein wöchentlicher Hauptbeitrag, der zumeist am Freitag Abend erscheint.

 

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