Wenn Not beten lehrt…

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„Wenn sie aber zur Ruhe kamen, taten sie wieder übel vor dir. Du gabst du sie dahin in ihrer Feinde Hand, dass die über sie herrschten. So schrien sie dann wieder zu dir und du erhörtest sie vom Himmel her und errettetest sie nach deiner großen Barmherzigkeit und Milde.“ (Nehemia 9,28)

Hier ist ein weiterer Bibelvers, in dem das Wort Ruhe vorkommt. ‚Zur Ruhe kommen‘ oder ‚nicht zur Ruhe kommen‘ sind Redensarten, die wir kennen. Hier finden wir diese Worte in der Lutherbibel. Bekanntlich hat die Bibelübersetzung Luthers viel Einfluss auf die Entwicklung der deutschen Sprache gehabt. Generationen von deutschen haben sich durch Martin Luthers Sprache prägen lassen.

Aber worum geht es in dem obigen Vers? Wenn man zwei vorangehende Verse mitliest, wird es deutlicher: Es geht um Ruhe vor Gewalt oder Gängelungen durch Feinde.

Das ganze Kapitel neun im Buch Nehemia ist ein Gebet der Israeliten, die in das verheißene Land zurückgekehrt waren. Sie hatten eine Gelegenheit genutzt, um wieder ins Land ihrer Väter zu kommen. Doch sie waren dort wie Knechte. Sie mussten viel von dem Ertrag ihrer Felder an andere Herren abgeben: „Und all sein Ertrag bringt den Königen großen Gewinn, die du über uns gesetzt hast, um unserer Sünden willen; und sie herrschen über unsere Leiber und unser Vieh nach ihrem Willen, und wir sind in großer Not.“ (Nehemia 9,37).

Sie kannten die Geschichte ihres Volkes. Immer wieder waren sie in Bedrängnis gekommen. Dann besannen sie sich auf ihren Gott und beteten zu ihm. Gott griff ein und half ihnen. Bald darauf vergaßen sie Gott wieder und wandten sich von ihm ab.

„Aber sie wurden ungehorsam und widerstrebten dir und warfen dein Gesetz hinter sich und töteten deine Propheten, die sie vermahnten, dass sie sich zu dir bekehren sollten und redeten große Lästerungen. Darum gabst du sie in die Hand ihrer Feinde, die sie ängsteten. Und zur Zeit ihrer Angst schrien sie zu dir und du erhörtest sie vom Himmel, und durch deine große Barmherzigkeit gabst du ihnen Retter, die ihnen aus der Hand ihrer Feinde halfen.“ (Nehemia 9,26+27).

Ein bekanntes Sprichwort besagt: „Not lehrt beten.“ Das hat sich jedenfalls in der Geschichte der Israeliten im Alten Testament immer wieder bewahrheitet. Auch viele Christen können ein Lied davon singen.

Aber wohl dem, der angesichts von Problemen nicht verzweifelt, sondern sich vertrauensvoll im Gebet an Gott wendet. Gott hat viele Möglichkeiten, um uns zu helfen.

So wie wir Menschen sind, werden wir leichtfertiger, wenn es uns gut geht. Im Alten Testament lesen wir immer wieder davon, dass die Israeliten Gott vergaßen und sich von ihm abwandten, wenn sie wohlauf waren und sich sicher fühlten.

Liegt es immer an persönlicher Sünde, wenn es uns schlecht geht? Ist das immer ein Zeichen dafür, dass wir uns von Gott entfernt haben? Nicht unbedingt.

Andererseits könnten wir uns vermutlich so manches Problem ersparen, wenn wir uns mehr auf Gott und die Weisheit seines Wortes besinnen würden. Wenn wir Entscheidungen treffen, würden wir nicht nur über unmittelbare Vorteile nachdenken.

Wenn wir Gott um Hilfe bitten, ist es naheliegend, dass wir dann auch über unsere seitherige Beziehung zu ihm nachdenken. Das führt uns zu dem Gebetsanliegen: „Vergib uns unsere Schuld!“

Christen finden Ruhe Feature

So heißt mein wöchentlicher Hauptbeitrag, der zumeist am Freitag Abend erscheint.

 

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