„Der meine Seele erquicken sollte, ist ferne von mir.“

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Blick auf eine Ruine im Schwarzwald.

 

„Wie liegt die Stadt so verlassen, die voll Volks war! Sie ist wie eine Witwe die Fürstin unter den Völkern und die Königin in den Ländern war, muss nun dienen. Sie weint des Nachts, dass ihr die Tränen über die Backen laufen. Es ist niemand unter allen ihren Liebhabern, der sie tröstet. Alle ihre Freunde sind ihr untreu und ihre Feinde geworden. Juda ist gefangen in Elend und schwerem Dienst, es wohnt unter den Heiden und findet keine Ruhe: alle seine Verfolger kommen heran und bedrängen es.“ (Klagelieder Jeremias 1,1-4).

„Euch allen, die ihr vorübergeht, sage ich: ‚Schaut doch und seht, ob irgendein Schmerz ist wie mein Schmerz, der mich getroffen hat; denn der Herr hat Jammer über mich gebracht am Tage seines grimmigen Zorns.“ (Vers 12).

Darüber weine ich so und mein Auge fließt von Tränen, denn der Tröster, der meine Seele erquicken sollte, ist ferne von mir. Meine Kinder sind dahin: denn der Feind hat die Oberhand gewonnen.“ (Vers 16).

Die obigen Worte beziehen sich auf die Zeit nach der Zerstörung Jerusalems. Es war eine Zeit der Not und des Elends. Außer schönen Erinnerungen war nicht viel übrig geblieben. Die Stadt war auf einer Anhöhe gebaut gewesen und gut befestigt. Jerusalem war schwer einzunehmen. Nebukadnezar hatte die Stadt zwei Jahre lang belagert, bis den Menschen darin die Lebensmittel ausgingen.

Jahre zuvor hatten die Assyrer Jerusalem belagert. Damals hatte ein frommer König manche Vorkehrungen getroffen. Er hatte die Wasserquellen außerhalb der Stadt verdecken lassen, so dass die die Belagerer nicht so leicht frisches Wasser bekamen. (2. Chronik 32,2). Er hatte ernstlich zu Gott gebetet. Auch der Prophet Jesaja hatte gebetet. Wie durch ein Wunder waren die Assyrer schließlich abgezogen.

Diesmal war es anders ausgegangen. Die meisten Menschen in Jerusalem wurden verschleppt. Der Tempel, die Stadtmauern und die ganze Stadt wurden verbrannt. Nur wenige einfache Leute durften dort noch wohnen bleiben.

„…denn der Herr hat Jammer über mich gebracht am Tage seines grimmigen Zorns.“ (Vers 12b) Fromme Juden richteten ihre Blicke nun nicht auf die überlegene Macht der Sieger. Sie glaubten ihr Gott sei der Herr der Geschichte.

Jeremia hatte lange ein Gericht Gottes angekündigt. Die Menschen hatten kaum auf seine Botschaft gehört. Sie hatten ihr Leben nicht geändert. Sie waren nicht zu Gott umgekehrt. Jetzt war das Unheil über sie hereingebrochen.

Der Gedanke, dass das Leid von ihrem Gott kam, bedeutet nicht, dass Gott ein grausamer Despot sei. Jeremia und andere fromme Beter glaubten an die Gerechtigkeit ihres Gottes. Sie anerkannten, dass sie als Volk gesündigt und gegen Gottes Gebote verstoßen hatten.

„…der meine Seele erquicken sollte, ist ferne von mir.“ (Vers 16). Hier ist wieder ein Satz in dem das Wort erquicken vorkommt. Es ist wieder eine negative Feststellung. Aber obwohl Gott zu dieser Zeit ferne zu sein schien, richtete Jeremia seine Hoffnung auf Gott. Das können wir feststellen wenn wir in den Klageliedern weiterlesen.

Dazu passen die Worte Jesu: „Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden.“ (Matthäus 5,4). Weitere Gedanken finden sich in meinem Beitrag zu diesem Vers. (einfach anklicken!)

Christen finden Ruhe Feature

So heißt mein wöchentlicher Hauptbeitrag, der zumeist am Freitag Abend erscheint.

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