Um Erquickung beten und nicht nur an sich selbst denken

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(Aufgenommen in der Wilhelma Stuttgart.)

 

Wie geplant möchte ich heute über einen weiteren Bibelvers schreiben, in dem im Luthertext von 1984 das Wort „erquicken“ vorkommt. Mein heutiger Vers findet sich im Psalm 85.

Nachdem ich diesen Psalm gelesen und ein bisschen darüber nachgedacht habe, kommen mir Worte aus einem anderen Psalm in den Sinn. Dort ist vom Gegenteil von ‚Erquickung‘ die Rede:“

„Denn als ich es wollte verschweigen, verschmachteten meine Gebeine durch mein tägliches Klagen. Denn deine Hand lag Tag und Nacht schwer auf mir, dass mein Saft vertrocknete wie es im Sommer dürre wird. Darum bekannte ich dir meine Sünde, und meine Schuld verhehlte ich nicht. Ich sprach: Ich will dem Herrn meine Übertretungen bekennen. Da vergabst du mir die Schuld meiner Sünde.“ (Psalm 32,3-5).

Das sind Worte von David. Die Psalmen sind ja das Gebetsbuch der Bibel. David hat diesen Psalm geschrieben, auch dass wir lernen können zu beten. Wer um Verfehlungen in seinem Leben weiß und diese vor Gott geheim halten will, der hat sich damit viel vorgenommen. Gott weiß ja ohnehin alles.

Doch wenn wir Gott unsere Sünden bekennen, bedeutet das nicht nur, dass wir ihm sagen, was wir gemacht haben. Vielmehr heißt es, dass wir Gottes Gebote als rechtmäßig anerkennen. Wir hören auf, unsere schlechten Taten zu entschuldigen.

Dieser Bußpsalm wird oft mit schweren Sünden des Königs David in Verbindung gebracht. Während seine Männer in den Krieg gezogen waren, lustwandelte er und wurde auf eine Frau aufmerksam, die ihm gefiel. Er befahl ihr, zu ihm zu kommen. Die Frau wurde schwanger. David gab seinem Heerführer die Anweisung, den Mann dieser Frau im Kampf weit nach vorne zu schicken, so dass der Mann ums Leben kam. David hatte damit gegen viele Gebote Gottes verstoßen.

Sünden und Übertretungen der Gebote Gottes können eine Belastung sein. Auf einmal hat man keine rechte Freude mehr am Bibellesen und am Gebet.

Hier im 32. Psalm geht es um persönliche Verfehlungen. Wir werden ermutigt, Gott unsere eigenen Sünden einzugestehen.

Heute möchte ich aber über den 85. Psalm schreiben. Der Psalm wurde von mehreren Männern geschrieben, von den Söhnen Korachs. Er soll vorgesungen werden.

Hier geht es nicht nur um die Sünden des einzelnen. Wir können nicht nur für uns alleine leben und alle anderen ignorieren. Wir können nicht einfach sagen, nur die anderen seien daran schuld, dass es innerhalb der christlichen Gemeinde so viele Probleme gibt. Wenn die Freude am Glauben verloren geht und viele Segnungen Gottes ausbleiben oder selten werden, geht das alle Gläubigen an.

Jesus sagt: „Nehmt auf euch mein Joch“. Das bedeutet, dass wir auch Verantwortung für andere Gläubige übernehmen sollen. Wir sollen uns selbst mit einschließen, wenn wir sagen: „Wir als christliche Gemeinde haben in vielen Dingen Gottes Auftrag an uns nicht erfüllt.“ – Andererseits ist es auch schön, wenn wir mit anderen Gläubigen zusammen beten und sagen: „Herr, wir haben vieles versäumt, was wir hätten tun sollen, und wir haben manches getan, was vor dir nicht recht war!“

„Willst du uns denn nicht wieder erquicken, dass dein Volk sich über dich freuen kann? Herr, erweise uns deine Gnade und gib uns dein Heil! “ (Psalm 85,7+8).

(Hier den ganzen Psalm lesen.)

Christen finden Ruhe Feature

So heißt mein wöchentlicher Hauptbeitrag, der zumeist am Freitag Abend erscheint.

 

 

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