Erquickung und Versorgung im Alter

Juli 2014 203MOP

„Da sprachen die Frauen zu Noomi: Gelobt sei der Herr, der dir zu dieser Zeit einen Löser nicht versagt hat! Dessen Name werde gerühmt in Israel! Der wird dich erquicken und dein Alter versorgen. Denn deine Schwiegertochter hat ihn geboren, die dir mehr wert ist als sieben Söhne.“ (Rut 4,14+15).

Hier ist ein weiterer alttestamentlicher Vers, in dem (im Luthertext 1984) das Wort ‚erquicken‘ vorkommt. In der Lutherfassung von Matthäus 11,28 sagt Jesus: „Ich will euch erquicken.“ – Ich habe nach weiteren Vorkommen dieses Wortes in der Lutherbibel gesucht. Mit der Suchfunktion einer Bibelwebseite wie www.bibleserver.com geht das recht einfach.

Die Geschichte von Noomi und Rut gehört in die Zeit der Richter in Israel. Angesichts einer Hungersnot in Israel war Noomis Mann mit ihr und ihren beiden Söhnen ins Ausland ausgewandert. Sie blieben dort. Noomis Mann starb. Ihre Söhne heirateten Frauen aus dem moabitischen Volk wo sie lebten. Schließlich starben auch Noomis Söhne. Beide dieser Söhne waren verheiratet aber kinderlos.

Noomi als einsame Witwe entschloss sich, in ihre Heimat zurückzukehren. Eine ihrer ebenso verwitweten Schwiegertöchter wollte sie begleiten. Diese Schwiegertochter hieß Rut.

Kinderlose Witwen hatten ein schweres Los. Schlimmstenfalls hatten sie niemanden, der sie unterstützt. Damals gab es keine Witwenrenten und keine Sozialhilfe.

Doch im Volk Israel gab es eine Vorkehrung für verarmte Witwen wie Noomi. Gott hatte durch Mose geboten, dass Verwandte sich gegenseitig helfen sollten. Sie sollten sich gegenseitig unterstützen, damit ihr Besitz erhalten bleibt. Wer Land besaß konnte sich selber versorgen. Wir lesen: „Wenn dein Bruder verarmt und etwas von seiner Habe verkauft, so soll sein nächster Verwandter kommen und einlösen, was sein Bruder verkauft hat.“ (3. Mose 25,25).

Eine andere Regel im mosaischen Gesetz war, dass die Schnitter bei der Ernte nicht absolut alles abernten, sondern noch etwas für die Armen zurücklassen sollten. Rut entschloss sich irgendwo auf ein Feld zu gehen und Ähren aufzulesen, wo man ihr das gestatten würde.

Es ergab sich, dass Rut auf dem Feld des Boas Ähren auflas. Boas aber war ein naher Verwandter von Noomi und ihrem verstorbenen Mann.

Rut hatte sich entschieden Noomi in ihr Heimatland zu begleiten. Sie war eine Ausländerin in Israel, aber entschlossen, sich zu integrieren. Sie wollte ihre Schwiegermutter nicht alleine lassen. „Und Noomi, ihre Schwiegermutter, sprach zu ihr: Meine Tochter, ich will dir eine Ruhestatt suchen, dass dir’s wohlgehe.“ (Rut 3,1).

Rut befolgte die Anweisungen, die Noomi ihr gab. Als sie zurückkehrte, hatte Boas ihr sechs Maß Gerste mitgegeben, denn er wollte sie nicht mit leeren Händen zurückschicken. Als Rut ihr alles berichtet hatte, antwortete Noomi: „Warte nun ab, meine Tochter, bis du erfährst, wo es hinauswill; denn der Mann wird nicht ruhen, er bringe es denn heute zu Ende.“

Boas nahm Verhandlungen auf wegen des Stück Feldes, dem verstorbenen Mann Noomis gehört hatte. Es ging darum, wer diesen Anteil zurückkaufen und auch die Witwe des verstorbenen Sohnes von Noomi heiraten sollte.

Schließlich kaufte Boas das Feld zurück und heiratete Rut. Diese wurde schwanger und gebar einen Sohn und nannte ihn Obed..

In dem eingangs zitierten Vers jubelten die Frauen mit Noomi zusammen über die Geburt des kleinen Jungen. Für den verstorbenen Mann und den ebenfalls verstorbenen Sohn Noomis war jetzt ein Nachkomme geboren worden. Auch Noomi selbst würde sich in ihrem Alter trösten können. Der Junge würde auch Noomi mitversorgen und ‚erquicken‘.

Ich habe die Geschichte nur knapp zusammengefasst. Trotzdem habe ich die übliche Länge meiner Beiträge schon überschritten. Ich möchte jeden ermutigen, die vier Kapitel des Buches Rut einmal ganz durchzulesen. Es handelt sich um eine schöne Familiengeschichte aus dem alten Israel. Ein schönes Zeugnis über den Zusammenhalt von Verwandten in der damaligen Zeit.

Gott hat der Noomi durch die Geburt dieses Kindes eine Erquickung verschafft. Durch die Verwandten und Gottes Gebot wurden Noomi und ihre Schwiegertochter sozial aufgefangen.

 

Christen finden Ruhe Feature

So heißt mein wöchentlicher Hauptbeitrag, der zumeist am Freitag Abend erscheint.

 

 

 

 

 

3 Gedanken zu „Erquickung und Versorgung im Alter

  1. Vielen Dank für die ermutigenden Gedanken! Ich habe gerade heute Abend noch über eine ähnliche Thematik nachgedacht. Alt werden ist für viele Menschen nicht einfach und oft mit Sorgen verbunden. – Was mich an der Geschichte von Rut(h) immer besonders anspricht ist die Tatsache, dass Gott – obwohl Elimelech mit seinem Gang nach Moab ja einen völlig falschen Weg beschreitet – in Seiner Gnade die Lebensumstände von Noomi und Rut(h) zum Guten, ja sogar zum Segen für viele andere, verwandelt.

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  2. Danke für den Besuch auf meinem Blog und den Kommentar. Ja, Gott ist sehr gnädig. Rut(h) wurde sogar zu einem Glied in der Ahnenreihe Davids und schließlich des Herrn Jesus.
    Gerade in Schwierigkeiten ist, wie in einer Hungersnot, war es für Elimelech besonders leicht, das Heilige Land bzw. Bethlehem (Brothaus) zu verlassen. Wir erfahren nichts darüber, wie die anderen Verwandten, die wohl geblieben sind, die Hungersnot überstanden. Aber offensichtlich haben sie überlebt.

    Besonders, wenn man die Geschichte allegorisch auslegt, und Bethlehem (Brothaus) ein Bild dafür ist, dass wir uns mit dem Wort Gottes ernähren sollen und an dem Wort Gottes festhalten sollen, betont man, Elimelech hätte in Bethlehem bzw. am Wort Gottes bleiben sollen.

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  3. Pingback: Ruhe und Erfüllung finden | Christen finden Ruhe

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