Freundlich und bescheiden…

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„Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Land besitzen.“ (Matthäus 5,5/ Zürcher Übersetzung).

Eine interessante Variante bietet hier die Einheitsübersetzung: „Selig, die keine Gewalt anwenden, denn sie werden das Land erben.“ Die Hoffnung für Alle spricht von ‚Friedfertigen‘. Die Übersetzung „Neues Leben. Die Bibel“ spricht von ‚Freundlichen und Bescheidenen‘.

In der zweiten Seligpreisung ging es um unsere Gefühle. Jetzt geht es um unser Verhalten. Wir reagieren wir, wenn beispielsweise uns jemand etwas Böses zufügt?

David musste fliehen, weil König Saul ihm nach dem Leben trachtete. Saul hasste den jungen David aus purem Neid. Wer diese Geschichten kennt, weiß dass David Gelegenheit hatte, Saul zu töten, als dieser und seine Männer in einer Höhle schliefen. David sagte sich aber, der König von Israel sei der Gesalbte des Herrn. Er wollte seinen König nicht töten, obwohl dieser ihn ums Leben bringen wollte. David bewies Sanftmut. Später als Saul und seine Söhne in einem Krieg ums Leben kamen, wurde David zum König. Er sollte das Land besitzen.

Wenn man in Schwierigkeiten steckt oder wenn einem jemand etwas Böses antut, kann es sehr schwer sein, Ruhe zu bewahren, die Nerven zu behalten und freundlich zu bleiben. In so einer Situation kann man sich wirklich elend fühlen. Das ist wohl ein Grund, warum der Begriff ‚Sanftmütigkeit‘ bei uns nicht hoch im Kurs steht.

Ganz pragmatisch gesehen, kann es aber doch ein Vorteil sein, wenn man beherrscht und freundlich bleibt. Schließlich weiß man ja nicht, ob ein spontaner ‚Gegenschlag‘ zu dem gewünschten Erfolg führen würde. Wer weiß, ob wir so eine Situation richtig einschätzen können.

Hier sind ein paar Verse aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer:

„Vergeltet niemandem Böses mit Bösem. Seid auf Gutes bedacht gegenüber jedermann. Ist’s möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden. Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben: ‚Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr.‘ Vielmehr, wenn deinen Feind hungert, gib ihm zu essen; dürstet ihn, gib ihm zu trinken. Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ (Römer 12,17-21).

Diese Verse veranschaulichen, was Sanftmut bedeuten kann. Der sanftmütige Gläubige überlässt sein Anliegen Gott, damit er zu seiner Zeit gerecht richtet.

Jesus kann von sich sagen, er sei sanftmütig und von Herzen demütig. Deshalb dürfen wir von ihm Sanftmut lernen. Er lädt uns ein, von ihm zu lernen und Ruhe zu finden.

Immer wieder wurden in Synagogen die Geschichten gelesen, als Gott die Israeliten nach langer Wüstenwanderung schließlich in das verheißene Land führte, das er seinem Volk geben wollte. Manche durften das nicht miterleben, weil sie Gott nicht vertraut hatten. Was sollten Zeitgenossen Jesu aus diesen Geschichten lernen? Mit welcher Einstellung ist man bereit für das verheißene Land bzw. für das Reich Gottes?

Oder für uns: Wie sollen wir denken und uns verhalten, um Gottes Segen zu erfahren? Wie können wir die Erfüllung seiner Verheißungen erleben?

Jesus sagte denen, die sich nach dem Reich Gottes sehnten: Wer sanftmütig ist, ist auf dem richtigen Weg. Glücklich zu preisen sind die Sanftmütigen!

Ich wünsche allen meinen Lesern frohe Ostertage!

Ich habe mir überlegt, ob ich diesen vorbereiteten Beitrag jetzt zu Ostern veröffentlichen soll. Ich habe mich dafür entschieden, denn gerade in den Ereignissen der Karwoche zeigt sich die Sanftmut Jesu. Wenn wir die Geschichte nach der Auferstehung Jesu und nach Pfingsten betrachten, wird deutlich, dass die Botschaft Jesu sich sehr ausgebreitet hat. Darin kann man auch eine Erfüllung der Worte Jesu sehen: „Selig sind die Sanftmütigen, denn sie sollen das Erdreich besitzen.“

 

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Gedanken zu Feiertagen und Festen im Jahreslauf

 

Christen finden Ruhe Feature

So heißt ab jetzt mein wöchentlicher Hauptbeitrag, der zumeist am Freitag Abend erscheint.

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