Habe Mut, traurig zu sein!

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„Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden.“ (Matthäus 5,4).

Auch über diese Seligpreisung möchte ich einen Beitrag schreiben. Ich mache mir Gedanken. Ist Trauern eigentlich aus der Mode gekommen? Erlauben wir es uns noch, traurig zu sein, wenn wir einen Grund dazu haben? Oder bemühen wir uns, alle derartigen Gefühle zu verdrängen?

Trauer kann wichtig sein. Wer sich angesichts von unangenehmen Gegebenheiten seinen Gefühlen stellt, wird viel eher lernen, mit diesen Problemen umzugehen. Unsere Empfindungen können ein Wegweiser zu Problemlösungen sein.

Wie sieht es unter Christen aus? Ehrlich gesagt habe ich oft jemanden über Freude sprechen gehört. Ich kann mich aber an keine Predigt über Traurig-sein erinnern.

Was sagen wir wenn jemand bedrückt ist, weil er einige schwerwiegende Fehler gemacht hat? Darf ein Christ solche Empfindungen haben? Ist es nicht gut, solche Gedanken im Gebet vor Gott zu bringen?

Ich bin auf einen Vers im Jakobusbrief gestoßen. Ich zitiere nach der Lutherübersetzung 1984: „…Reinigt die Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, ihr Wankelmütigen. Jammert und klagt und weint; euer Lachen verkehre sich in Weinen und eure Freude in Traurigkeit. Demütigt euch vor dem Herrn, so wird er euch erhöhen.“ (Jakobus 4,8-10).

Wie reagieren wir, wenn jemand über einen Verlust klagt oder unter einem enttäuschenden Erlebnis leidet? Sind wir bereit auf diesen Menschen einzugehen? Oder haben wir schnelle Antworten, um dieses Anliegen abzuwimmeln? Wie gehen wir mit Trauernden um?

Ich denke an Worte des Apostel Paulus: „Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden.“ (Römer 12,15). Hier lesen wir von Anteilnahme.

Können wir noch trauern, angesichts von schlechten Dingen, die in unserer Umgebung passieren? Sind wir gleichgültig und unsere Herzen hart geworden. Trauern und Leidtragen hat etwas mit Achtsamkeit zu tun.

Ich finde interessant, wie die zweite Seligpreisung in der Basisbibel formuliert ist: „Glückselig sind die an der Not der Welt leiden. Denn sie werden getröstet werden.“

Gibt es noch Beter, Mitarbeiter und Pastoren, die über den Zustand der christlichen Gemeinde traurig sind? Ich möchte auch noch zwei Verse aus einem Psalm erwähnen. Wer würde heute noch das Wort Gottes verkündigen und sich zum Beispiel diese Verse zum Wahlspruch machen?

In Psalm 126 heißt es: „Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Sie gehen hin und weinen und streuen ihren Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.“ (Verse 5+6).

„Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden.“ Es gehörte zum Auftrag des Messias, zu „trösten alle Trauernden.“ (Jesaja 61,2). Jesus hatte seinen Jüngern verheißen, er würde ihnen einen anderen Tröster schicken und meinte den Heiligen Geist. (Johannes 16,7). In der Offenbarung lesen wir über Gläubige, die aus der großen Trübsal gekommen sind: „… und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen.“ (Offenbarung 7,17b).

Christen finden Ruhe Feature

So heißt ab jetzt mein wöchentlicher Hauptbeitrag, der zumeist am Freitag Abend erscheint.

Wer meine einleitenden Beiträge zur Serie über die Seligpreisungen (nochmals) lesen möchte, kann das hier tun:

  1. Beitragsserie über die Seligpreisungen
  2. Gedanken über die Seligpreisungen

 

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