Wer Gott nichts bringen kann…

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„Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.“ (Matthäus 5,3). So heißt es in der vielen vertrauten Luther Übersetzung (1984).

Das griechische Wort, das mit arm übersetzt wird, bezieht sich auf Armut und all die Nachteile, die daraus entstehen. Es geht um Menschen, die betteln müssen.

Als Jesus durch die Städte und Dörfer zog und in den Synagogen predigte, hat er viele Arme und Bettler gesehen. Viele der Kranken, die man zu Jesus brachte, konnten bestenfalls durch Betteln zu ihrem Lebensunterhalt beitragen.

Vielleicht hat Jesus manchmal gehört, wie arme Menschen beteten. Er wusste, was sie zu ihm sagten, wenn sie hofften, sie könnten gesund werden. Vermutlich waren es schlichte, einfältige Worte, die aus tiefstem Herzen kamen.

Vielleicht wollte Jesus uns die innere Einstellung und Herzenshaltung solcher Armer als vorbildlich empfehlen. Er spricht von ‚geistlich Armen‘ und sagt, sie hätten etwas vom Reich Gottes kapiert.

Das erinnert mich auch an Jesu Gebetswort in Matthäus 11,25. Dort spricht Jesus davon, dass Gott sich den ‚Unmündigen‘ offenbart. Im wörtlichen Sinn geht es um Kinder, die nicht für sich selbst sprechen können. Sie haben nichts womit sie sich vor Gott empfehlen könnten oder wollten.

Ein anderes Mal hat Jesus ein Kind in die Mitte der Jünger gestellt. Er sagte zu ihnen: „Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.“ (Matthäus 18,2). Die Jünger hatten sich manchmal darüber gestritten wer von ihnen der Größte sei.

Ich möchte versuchen, diese Seligpreisung durch ihr Gegenteil zu erklären. Man stelle sich einen Erstklässler vor, der bei allem, was man ihm beibringen möchte, fest behauptet: „Das weiß ich schon! Das kann ich schon!“ Er passt deswegen im Unterricht nicht auf und wird wenn er so weitermacht wahrscheinlich nie viel dazulernen.

Ich denke auch an Jesu Gleichnis vom Pharisäer und dem Zöllner. Beide waren zum Gebet gekommen. Der Pharisäer betete, aber dachte dabei hauptsächlich über seine positiven Errungenschaften und seine religiösen Leistungen nach. Er dankte zwar Gott dafür aber  er war sehr selbstzufrieden. Was sollte er sonst noch von Gott erwarten oder benötigen? Er war schließlich besser als viele andere. (vgl. Lukas 18,9-14).

In der Offenbarung lässt der Herr einer christlichen Gemeinde folgende Worte ausrichten: „Du sprichst: ‚Ich bin reich und habe genug und brauche nichts‘, und weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm blind und bloß.“ (Offenbarung 3,17). Religiöse Selbstzufriedenheit kann allzu leicht mit einer verkehrten Selbsteinschätzung einhergehen.

Mir gefällt wie die Basisbibel diese Seligpreisung übersetzt: „Glückselig sind die, die wissen, dass sie vor Gott arm sind. Denn ihnen gehört das Himmelreich.“

Wenn Gott der allmächtige Herr des Universums ist, dann sehen wir im Vergleich ohnehin überaus armselig aus. Das sollten wir nicht vergessen, wenn wir uns im Gebet an Gott wenden.

Nur wenn wir mit leeren Händen vor Gott treten, kann er unsere Hände füllen. Menschlicher Stolz und Überheblichkeit sind fehl am Platz, wenn wir Gottes Segnungen empfangen wollen.

 

Christen finden Ruhe Feature

So heißt ab jetzt mein wöchentlicher Hauptbeitrag, der zumeist am Freitag Abend erscheint.

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