Gott von ganzem Herzen suchen

StorchweißseineZeit„Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen.“ (Jeremia 29, 13b-14a).

Worum geht es uns, wenn wir zu Gott beten? Denken wir immer nur an Dinge, die wir von Gott möchten? Beschäftigen wir uns in erster Linie mit unseren Anliegen, was wir brauchen oder was wir glauben, dass wir es brauchen? Was ist uns wichtiger: Gaben von Gott oder eine gute Beziehung zum Geber aller guten Gaben?

Nebukadnezar hatte Jerusalem erobert. Er hatte viele gefangen genommen und sie nach Babylon verschleppt.

Wie sollten diese Gefangenen aus dem Südreich Juda sich nun verhalten? Sollten sie auf baldige Rückkehr in ihr eigenes Land hoffen?

Der Prophet Jeremia schlug ganz andere Töne an. Er schrieb von Jerusalem aus einen Brief an die Gefangenen. Sie sollten sich auf eine längere Gefangenschaft in Babylon einstellen. Gott würde erst nach siebzig Jahren eingreifen und sie wieder in ihr Land bringen.

Jeremia ermutigte die Menschen, das Beste aus ihrer misslichen Situation zu machen. Sie sollten, Freiheiten nutzen, die sie noch hatten. Sie sollten sich Häuser bauen und Gärten anpflanzen. Sie sollten heiraten und Kinder zeugen. (Jeremia 29,5+6).

Auch in der Fremde sollten sie sich auf Gott und seine Gebote besinnen. Sie sollten ihre Identität als Volk Gottes nicht vergessen und auf Gottes Hilfe hoffen.

Als Bote Gottes forderte Jeremia die gefangenen Ältesten, Priester, Propheten und das ganze Volk auf, sie sollten in Babylon auch ihre Feinde lieben. Gott lässt ihnen sagen: „Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum Herrn; denn wenn’s ihr wohlgeht, so geht’s auch euch wohl.“ (Jeremia 29,7).

Nächstenliebe und Feindesliebe heißt nicht, sich selbst vereinnahmen lassen und die eigenen Werte verlieren. Die Gefangenen sollten am Gott Israels festhalten. Sie sollten vor ihrem Gott für die Babylonier beten. Wer für andere Menschen zu Gott betet, wird anfangen, auch über seine innere Einstellung nachzudenken. Wer Fürbitten vor Gott bringt, wird leichter erkennen, was er zum Wohl seines Nächsten tun kann.

Jesus wurde gefragt, welches denn das wichtigste Gebot sei. Er antwortete: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst.“ (Lukas 10,24).

Jeremia fordert auch uns auf, wir sollen Gott von ganzem Herzen suchen. Wir sollen den Geber suchen, nicht nur seine Gaben. Wir dürfen unsere eigenen Anliegen und Nöte vor Gott bringen. Dabei sollen wir aber nicht vergessen, auch für andere zu beten.

Wenn wir beten, sollen wir vertrauensvoll vor Gott treten. Bei allen Anliegen, die wir vor Gott bringen, sollen wir auch sagen: „Dein Wille geschehe!“.

Wir dürfen auf Gottes Hilfe hoffen. Wir sollen aber lernen, Gott in jeder Situation zu vertrauen. Wir sollen danach fragen, was Gott möchte, wie wir uns verhalten sollen. Wir dürfen lernen, Schwierigkeiten auch als Chancen zu begreifen.

 

Hier den ganzen Abschnitt aus dem Propheten Jeremia nachlesen.

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