Erlebnis am Brunnen

Brunnen waren ein Mittelpunkt des Lebens in den Gegenden wo Jesus mit seinen Jüngern unterwegs war. Die Menschen hatten keine Wasserhähnen und Wasserleitungen in ihren Häusern. Palästina war ein eher trockenes Land. Es gab nur begrenzt Tümpel und Bäche.

In einem früheren Beitrag bin ich auf ein Gespräch zwischen Jesus und einer Frau eingegangen, das an einem Brunnen stattfand, der wohl einst vom Stammvater Jakob gegraben worden war. Brunnen waren ein Ort, an dem sich Menschen treffen konnten. Hier konnte man Wasser aus der Tiefe holen und sich erquicken. Auch wer Wasser für seine Tiere brauchte musste dieses in vielen Fällen aus dem Brunnen holen.

Stellen wir uns einmal jemanden vor, der zwei Ochsen oder zwei Esel eingespannt hat, um einen Pflug zu ziehen. Ein Pflug ist ein Werkzeug, um Furchen in einen Acker zu machen. In einem trockenen Land kann der Ackerboden recht hart sein.

Im Folgenden möchte ich ein Gespräch zwischen einem Ackerbauern und seinen Tieren beschreiben. So oder ähnlich könnte jeder Ackerbauer mit seinen Tieren gesprochen haben.

Wenn die Tiere schon einiges gearbeitet haben und der Ackerbauer merkt, dass die Tiere schon müde werden, fängt er an eine Pause einzuleiten. Er selber wird auch müde, weil er den Pflug in die Erde drücken muss, während die Tiere den Pflug ziehen. Aber das ist jetzt nicht mein Thema.

„Oh, ich sehe, ihr müht euch ab und quält euch. Kommt zu mir! Kommt zu mir! Ich will euch die Last (das Joch) abnehmen, dass ihr euch frei bewegen könnt. Ihr dürft ein bisschen ausruhen. Ja, kommt zu mir, wir gehen zum Brunnen. Ich will euch erquicken.“

Der Ackerbauer füllt ein Behältnis mit Wasser. Die Tiere kommen zu ihm und dürfen trinken. Die Tiere genießen das Wasser und die Pause. Sie tanken neue Kraft. Die Tiere sind froh, dass der Bauer ihnen das Wasser gibt. Die Tiere sind dankbar. Sie merken: Der Bauer ist gut zu uns. Wir gehören zusammen. – Die Pause ist eine Zeit in der die Beziehung zwischen dem Bauern und den Tieren gepflegt wird.

Wenn Bauer und Tiere genug getrunken und ausgeruht haben fängt der Bauer an die Tiere auf das vorzubereiten, was jetzt kommt. „So jetzt, kommt zu mir!“ Er dehnt das ‚i‘ in ‚mir‘. Eigentlich sagt er: „Kommt zu miiiiiiir!“ Er knüpft an die in der Pause erneuerte Beziehung zwischen Mensch und Tier an. Er weiß, dass die Tiere in solchen Momenten, nachdem sie eine Belohnung genossen haben sehr willig und lernbereit sind.

Er sagt zu den Tieren: „Ja, kommt zu mir! Nehmt mein Joch! Lernt jetzt von mir! Ich bin ja gut zu euch. Ich bin sanftmütig. Ich gehe gefühlvoll mit euch um wie ihr Tiere das gern habt! Nehmt mein Joch, seid lernbereit. Ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen. Ihr dürft etwas tun wofür ich euch sehr gern haben werde. Ihr werdet merken, dass ich froh über euch bin.“

Der Bauer weiß genau: „Mein Joch ist euch jetzt nicht schwer. Meine Last ist euch jetzt leicht!“

Wer jetzt noch nicht verstanden hat, warum ich das alles schreibe, darf gerne nochmals Matthäus 11,28-30 in verschiedenen Bibelübersetzungen nachlesen. Ich hoffe, dass meine vorangegangenen Ausführungen über den Umgang mit Tieren eine gute Grundlage sind, um obige Gedanken nachvollziehen zu können.

 

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