Es einmal langsamer angehen lassen…

„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. … so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen“ (Matthäus 11,28+29)

Wir leben heute in einer anderen Welt als die Menschen zu denen Jesus damals sprach. Die Zeitgenossen Jesu waren naturverbunden. Regen, Trockenheit, Winde hatten großen Einfluss auf ihre Lebensgestaltung. Sie hatten keine Maschinen zur Verfügung. Viele Aufgaben bewältigten sie mit der Unterstützung von Tieren. Mensch und Tier bildeten eine Lebens- und Schicksalsgemeinschaft.

Moderne Technologien haben der Menschheit ungeahnte Möglichkeiten beschert. Das geht aber mit zunehmendem Profitstreben einher.

Auch Tiere bekommen das zu spüren. Tiere werden manchmal auch wie eine Art Maschine behandelt. Viele Hühner müssen sich mit engstem Raum und fehlendem Auslauf zufrieden geben. Sie sind dazu da, dass ihr Besitzer bei möglichst geringen Kosten so viele Eier wie möglich verkaufen kann. Man spricht von Legebatterien. Sodann werden Hühner auch zur Fleischproduktion eingesetzt.

Erst die Sorge, dass sich in den Eiern von gestressten Hühnern und in deren Fleisch Krankheitserreger befinden können hat ein Umdenken bewirkt. Jeder soll wissen dürfen, unter welchen Bedingungen Eier gelegt wurden. Menschen, die es sich leisten können, geben lieber etwas mehr Geld aus, wenn sie damit rechnen dürfen, dass sie Eier und Fleisch von einigermaßen glücklichen und gesunden Hühnern auf den Tisch bekommen.

Viele Zoos bemühen sich ihren Tieren nahezu artgerechte Lebensbedingungen zu schaffen. Wenn die Tiere auch in Gefangenschaft sein müssen, sollen sie sich doch wenigstens ein bisschen entfalten und wohlfühlen können.

Die Profitorientierte Leistungsgesellschaft verlangt auch viel von Menschen. Die Schnelllebigkeit unserer Zeit bringt es mit sich, dass man wenig Zeit hat, einander zuzuhören. Manche haben zu wenig Gelegenheit, Gefühle auszudrücken und zu entwickeln. Man ist sehr schnell dabei, Stimmungen, die man nicht einordnen kann als krankhaft oder als Depression abzutun.

Sicher würden wir interessante Dinge erleben, wenn wir heute noch einmal in Umständen leben könnten wie die Zeitgenossen Jesu damals. Vielleicht könnten wir zivilisationsbedingte Ermüdungserscheinungen abschütteln.

Abenteuer in der Natur sind für viele interessant. Ein einfacher Lebensstil kann neue Horizonte eröffnen. Erlebnisse mit Tieren können helfen vom Alltag abzuschalten.

Entschleunigung ist ein moderner Begriff. Der Mensch hat ein Bedürfnis einmal ein Stück weit zur Ruhe zu kommen. Es tut uns gut, wenn wir einmal Zeit haben, auf unsere eigenen Gefühle, auf die Gefühle anderer Menschen oder die Gefühle von Tieren zu achten. Es hilft uns, wenn wir in unserer schnelllebigen Zeit einmal das Tempo verringern und auf Signale achten, für die wir sonst keine Zeit haben.

Die Zeitgenossen Jesu lebten in einer Welt, in der es viele unserer Probleme noch nicht gab. Vielleicht könnten wir leichter zur Ruhe kommen, wenn wir einmal in einer gemächlicheren Welt leben könnten. Wenn Jesus von Ruhe finden spricht, meint er damit aber mehr, als was wir unter Entschleunigung verstehen.

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