Umsichtiger Umgang mit Tieren

Jesus konnte gut mit Eseln umgehen. Damals hatten viele Menschen mit Eseln zu tun.

Der Herr und seine Jünger kamen in die Nähe von Jerusalem. Jesus schickte zwei seiner Jünger in ein nahegelegenes Dorf. Vermutlich war Jesus dort schon gewesen und die Leute kannten ihn und seine Jünger. Jesus wusste, die Jünger würden gleich wenn sie in den Ort kommen, eine Eselin und ein Füllen angebunden finden. Die Jünger sollten die Tiere losbinden und herbringen. Die Leute würden das zulassen, wenn die Jünger sagen, dass Jesus die Tiere braucht.

Wir finden diese Geschichte in allen vier Evangelien. Nur Matthäus erwähnt zwei Tiere: ein Muttertier und ein Junges. Die anderen Evangelisten erwähnen nur ein Eselsfüllen. Markus und Lukas betonen, dass zuvor noch nie jemand auf diesem Jungtier geritten war.

Ich erinnere mich an Szenen aus Wildwestfilmen, als Cowboys versuchten, junge Pferde einzureiten. Die Jungtiere sprangen und machten sich buckelig. Sie versuchten mit aller Kraft, das unangenehme etwas auf ihrem Rücken abzuschütteln. Die Cowboys mussten sich mit aller Kraft festhalten. Es war ein echter Kampf. Entweder würde das Pferd gewinnen und der Cowboy auf dem Boden landen, oder der Cowboy würde solange durchhalten und gegensteuern, bis das Tier ruhig wird und den Reiter auf seinem Rücken zulässt.

Wahrscheinlich gibt es da einen Unterschied zwischen Pferden und Eseln. Doch auch bei Eseln kann man nicht unbedingt davon ausgehen, dass Jungtiere spontan einwilligen, wenn sich zum ersten Mal jemand auf ihren Rücken setzt.

Stellen wir uns vor, wir finden eine Eselin und ihr Junges nebeneinander angebunden. Was würde geschehen, wenn wir als Fremde kommen und nur das Füllen losbinden, um es mitzunehmen? Es kommt wohl auf das Alter des Jungtiers an. Je nachdem wie groß die Bindung Muttertier und Kind noch ist, muss man damit rechnen, dass die Mutter oder das Kind oder alle beide mehr der weniger heftig gegen das Ansinnen des fremden Eindringlings aufbegehren könnten.

Zwei Jünger gingen also an die Stelle wo die beiden Tiere angebunden waren. Wir erfahren nichts ob es eine vorige Bekanntschaft zwischen Männern und Tieren gab. Die Reaktion der Tiere konnte ein Signal dafür sein, ob das Junge groß und stark genug war, um beritten zu werden. Ich finde interessant, dass die Jünger laut Matthäus beide Tiere losbanden und mitnahmen. Es kann gut sein, dass ein Jungtier ruhiger ist, wenn seine Mutter noch dabei ist.

Die Jünger „brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf und er setzte sich darauf.“ (Matthäus 21,7). Haben die Jünger denn auf beide Tiere Kleider gelegt? Hat Jesus sich etwa auf beide Tiere gesetzt? Wenn Jesus zuerst das Muttertier beritten hat, konnte das Junge zuschauen und sich die Mutter zum Vorbild nehmen. Das konnte ein Weg sein, um das Jungtier schonungsvoll auf das Beritten-Werden vorzubereiten.

Als Jesus auf dem Füllen saß, musste er alles unterlassen, was das Tier verunsichern oder irritieren könnte. Doch auch der Einzug nach Jerusalem und die vielen lärmenden Leute konnten eine echte Herausforderung für das Eselskind sein. Jesus musste gut mit dem Tier umgehen können, damit es ruhig blieb und die Spur hielt.

 

Wer die biblische Geschichte in den vier Evangelien nachlesen möchte, kann dies hier tun:

Matthäus 21,1-10         Markus 11,1-10   Lukas 19,29-38   Johannes 12,12-19

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s