Esel heute und Esel damals

Esel im Zoo (Wilhelma Stuttgart)

Esel im Zoo
(Wilhelma Stuttgart)

Esel und wir. Wo kann ich hingehen, um einen lebendigen Esel zu sehen? Ehrlich gesagt hatte ich im Laufe meines Lebens nicht viel mit Eseln zu tun.

Aus meiner Kindheit kann ich mich an eine Begebenheit erinnern. Wir begegneten einem Esel, der auf einer Weide eingezäunt war. Wir konnten Gras, das außerhalb des Zaunes stand abreißen und dem Esel zum Fressen hinhalten. Natürlich freuten wir uns, wenn der Esel von unserem Gras abbiss oder es packte. (Da merke ich gleich meine Unkenntnis. Ich kann nicht genau sagen, wie scharf Eselszähne sind. Können Esel Grashalme mit ihren Zähnen durchtrennen oder müssen sie die Halme packen und durch eine Kopfbewegung abreißen?)

In den letzten Jahren kann ich mich nur zweimal erinnern, Esel gesehen zu haben. Diese Tiere wurden als Attraktion für Touristen gehalten. Ich wollte fotografieren, aber hatte Mühe, zu verhindern, dass der Zaun mit aufs Bild kommt. Man kann einem Esel nicht einfach zurufen, er soll da oder dorthin stehen und lächeln, wenn das Vögelchen aus der Kamera kommt.

Einen anderen Esel konnte ich gut fotografieren. Er hatte sich in günstiger Entfernung vom Zaun hingelegt. Ich bekam ihn ohne Zaun auf das Bild.

Interessant genug, dass der Esel eigentlich alle Zeit der Welt hatte, um herumzuliegen und sich auszuruhen. Er ist nur dazu da, damit Zoobesucher ihn anschauen können. Manche möchten ihn fotografieren. Kinder wollen ihn vielleicht gerne füttern oder streicheln.

Wir Deutsche haben wenig mit Eseln zu tun und wir brauchen sie auch nicht. Allemal erinnern wir uns vielleicht noch daran, dass man Eseln zuschreibt, sie seien besonders störrische Tiere. Sie weigern sich vielleicht zu tun was wir Menschen von ihnen möchten. Wenn ein Esel sich entschieden hat, nicht zu wollen kann man ihn nicht so leicht umstimmen.

Als Jesus auf Erden lebte, nahmen viele Menschen Esel, wenn sie auf Reisen gehen wollten. Man konnte ihnen Gepäckstücke aufladen und müde gewordenen Familienangehörige aufsitzen lassen. Oder man konnte auf dem Esel reiten.

Die Römer hatten Verbindungsstraßen zwischen wichtigen Städten gebaut. Höhenunterschiede hatten sie für diese Handelswege eingeebnet. Es waren lange gerade Straßen. Ob Esel immer Lust hatten auf endlos lang erscheinenden Straßen geradeaus zu laufen? Oft war es heiß.

An manche Orte führte keine große Straße. Es gab nur Wege. Höhenunterschiede mussten bewältigt werden. Ob Reiseeseln das immer gefiel?

Wenn ein Tier nicht mehr wollte, konnte ein Reisender seine Reise nicht fortsetzen. Wohl oder übel musste man sich auf das Tier einstellen und dem Tier geben, was es brauchte. Mensch und Tier bildeten eine Lebens- und Schicksalsgemeinschaft. Wer einen Esel schwer beladen wollte musste abschätzen, ob und wie lange ein Esel das mitmachen würde. Manchmal gab es Raststätten am Weg. Dort durften sich auch die Tiere erholen, trinken und fressen.

Menschen brauchten ihre Esel. Sie mussten sich auf ihre Esel einstellen, mit ihnen fühlen oder sich gar selbst als Esel fühlen.

Jesus benutzt eine bildhafte Sprache. Er spricht Menschen an als schwer beladen, ähnlich wie man Esel schwer beladen kann. Er ruft ihnen zu: Kommt zu mir, ich will euch erquicken.

5 Gedanken zu „Esel heute und Esel damals

  1. … wir dürfen zu Jesus kommen …
    … auch mit den Lasten die uns unsere Mitmenschen auferlegen,
    genauso wie sie dem liebenswerten Eseln auferlegt wurden – werden …
    Wer auf Jesus v-ER-traut den wird ER be-FREI-en…
    Herzlichst und viel Segen.
    M.M.

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  2. Liebe Monika-Maria Ehliah,
    danke für diesen Kommentar. Mir fällt dazu ein Bibelvers ein:
    „Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden. Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.“ Philipper 3,6+7

    Gefällt 1 Person

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