Arbeit, die müde macht

Das griechische Wort für ‚mühselig‘ spricht von harter Arbeit, die müde und erschöpft macht. Müdigkeit ist nichts Schlechtes. Kann man sich aber zu sehr ermüden? Kann man sich derart verausgaben, dass man sich nicht so leicht wieder erholt? Die Antwort aufgrund der menschlichen Erfahrung lautet eindeutig ‚Ja‘!

Ich möchte zum Vergleich ein paar Bibelübersetzungen anführen, die Matthäus 11,28 mit recht drastischen Worten wiedergeben:

  • „Kommt her zu mir alle, die ihr euch plagt und von eurer Last fast erdrückt werdet…“ (Neue Genfer Übersetzung) ‚Sich plagen‘ beinhaltet Anstrengung und dass einem eine Arbeit schwer fällt. Es kann bedeuten, dass eine Arbeit objektiv sehr hart ist.
  • „Kommt her zu mir alle, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet…“ (Hoffnung für alle) ‚Sich abmühen‘ bedeutet, dass sehr viel Kraft und Energie verbraucht wird. Es ist eine Steigerung zu ‚ sich mühen‘ oder zu ‚sich bemühen‘. Die Vorsilbe ‚ab‘ deutet, finde ich, auf persönliche Verluste hin. Man müht sich ab, man quält sich.
  • „Kommt alle her zu mir, die ihr müde seid und schwere Lasten tragt…“ (Neues Leben. Die Bibel) Diese Version habe ich interessant gefunden. Ihr seid bereits müde, ihr hättet schon genug, doch ihr habt keine Wahl. Ihr müsst weitergehen. Ihr seid Lastenträger und noch nicht am Ziel.

Aus der Welt des Sports wissen wir: Sport kann erholsam und gesund sein. Doch wenn man im Leistungssport bestimmte persönliche Grenzen überschreitet, kann man sich leicht Verletzungen zuziehen. Schlimmstenfalls können bleibende Schäden entstehen.

In der Arbeitswelt gibt es sogenannte Berufskrankheiten. Es sind Beschwerden, die aufgrund einseitiger Belastungen, die eine berufliche Tätigkeit mit sich bringt, häufig auftreten.

Wer bei der Arbeit mit giftigen Substanzen oder Strahlungen in Berührung kommt, ist besonders gefährdet. Manche Berufe bringen ein erhöhtes Unfallrisiko mit sich. Wer Dauerhaft unter extremen körperlichen Belastungen arbeiten muss, verkürzt möglicherweise seine Lebenserwartung.

Bei uns in Deutschland gibt es viele Sicherheitsvorschriften zum Schutz vor Unfällen bei der Arbeit. Wer aber arbeitsunfähig wird, muss evtl. erhebliche finanzielle Einbußen hinnehmen.

Wir Deutsche profitieren von gesetzlichen Rahmenbedingungen über die Dauer unserer Arbeitszeit pro Tag. Es gibt einen Feierabend. Ein Arbeitgeber muss seinen Mitarbeitern auch Pausen gewähren.

Als Jesus auf Erden lebte, gab es unsere neuzeitlichen Maschinen noch nicht. Menschliche Arbeit musste mit vielen Unwägbarkeiten fertig werden.

Einige der Jünger Jesu waren Fischer auf dem See Genezareth. In Minutenschnelle konnten dort gefährliche Stürme auftreten. Fischer, die unterwegs waren fanden sich unversehens in lebensgefährlichen Situationen wieder. In solch einer Notlage mussten sie sich verausgaben und konnten nicht einfach sagen, sie hätten jetzt Feierabend oder Pause.

Die Antwort Jesu für Menschen, die sich plagen und abmühen ist einfach und praktisch zugleich: Ich will euch Ruhe geben. Ihr sollt die Möglichkeit haben, Pausen zu machen und euch zu erholen. Ich will euch erquicken. Ich will euch neue Kraft geben.

2 Gedanken zu „Arbeit, die müde macht

  1. Pingback: Überblick über meine bisherige Auslegung des Wortes ‘mühselig’ in Matthäus 11,28 | christenfindenruhe

  2. Pingback: Zum Blogjubiläum Auszüge aus früheren Beiträgen: „mühselig und beladen“ | Christen finden Ruhe

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