Arbeit und unser Seelenleben

„Arbeit macht das Leben süß.“ Ein Ausspruch, den ich mit einer Briese Ironie auch schon gesagt haben könnte. Doch wie wirkt sich Arbeit auf uns aus? Hat Arbeit eine positive Wirkung auf unser Leben?

Freilich ist es schwer pauschale Antworten zu geben. Es gibt zu viele unterschiedliche Arten von Arbeit. Außerdem sind die Menschen sehr verschieden. Was dem Einen liegt, mag dem Anderen überaus schwer fallen.

Abgesehen von der Sicherung des Lebensunterhalts gibt es weitere positive Auswirkungen, die Arbeit haben kann. Man hat eine Beschäftigung und muss nicht endlosen Gedanken nachhängen. Vielleicht kann man einer Arbeit nachgehen, die einem selber Spaß macht. Man hat einen Platz in der Gesellschaft und gewinnt Anerkennung durch andere.

Offensichtlich kann Arbeit auch heilsam sein. In sozialen Einrichtungen und in psychiatrischen Anstalten gibt es eine sogenannte Arbeitstherapie. Betroffene arbeiten dort ohne strenge Zielvorgaben und Leistungsdruck. Arbeiten soll ihnen helfen, ihre Gedanken und Gefühle zu ordnen.

Schon der Prediger Salomo hat einen Zusammenhang zwischen gesundem Schlaf und Arbeit gekannt: „Wer arbeitet, dem ist der Schlaf süß, er habe wenig oder viel gegessen; aber die Fülle lässt den Reichen nicht schlafen.“ (Prediger 5,11). Nichtstun hingegen kann müde machen. Eine biblische Spruchweisheit besagt: „Faulheit macht schläfrig…“ (Sprüche 19,15).

Im Luthertext in Matthäus 11,28 finden wir das Wort ‚mühselig‘. Ohne besondere Sprachkenntnisse kann man dieses Wort in ‚Mühe‘ und in ‚selig‘ zerlegen. Mancher rechnet damit, dass er durch Arbeit und entsprechende Anstrengung Zufriedenheit und Glücksgefühle erlangen kann. Doch manchmal gewinnt man nicht die erhoffte Befriedigung aus seiner Arbeit.

Im Englischen gibt es einen Begriff, der für arbeitswütige Menschen steht. ‚Workaholic‘ hat die gleiche Endung wie ‚alcoholic‘, das englische Wort für Alkoholiker. Man kann sich auch suchtartig in Arbeit stürzen.

Wer Kummer hat, versucht vielleicht, sich durch Arbeit von seinen Nöten abzulenken. Das mag bis zu einem bestimmten Grad gelingen. Doch man schafft nicht immer, seine emotionalen Defizite durch Arbeit auszugleichen.

Es gibt Menschen, die ihre Arbeit freudlos und mechanisch ausüben. Andere arbeiten übermäßig viel und werden eventuell von Zeitgenossen mit dem Attribut ‚arbeitssüchtig‘ ausgezeichnet.

Es kommt vor, dass Arbeiten misslingen. Wer etwas herstellt, schafft es vielleicht nicht auch Käufer für sein Produkt zu finden. Es ist frustrierend, wenn man sich angestrengt hat, aber dennoch der gewünschte Erfolg ausbleibt.

Jesus wendet sich an Menschen, die sich plagen und abmühen. Er möchte ihnen eine Erleichterung und eine Ruhepause verschaffen. Im Volksmund sagen wir: „In der Ruhe liegt die Kraft.“ Jesus ruft: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch Ruhe geben.“ (Matthäus 11,28 Zürcher Übersetzung).

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