Arbeit, Mühe und Stressfaktoren

„Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen.“ (1.Mose 3,19) Schon in den ersten Kapiteln der Bibel lesen wir von täglicher Mühe und Arbeit. Heutzutage bedeutet Arbeit nicht mehr in erster Linie körperliche Anstrengung. Doch wir reden von Stress und Leistungsdruck im Zusammenhang mit unserem täglichen Broterwerb.

Dabei passt der Gedanke an seelischen Stress eigentlich ganz gut zur biblischen Geschichte in 1.Mose 3. Schließlich ist am Ende der Geschichte für die ersten beiden Menschen eine Welt zusammengebrochen. Nichts war mehr so wie es war. Vieles was sie vorher als gegeben hingenommen und genossen haben gab es für sie nachher nicht mehr gleicherweise.

Im Paradies hatte Gott einen Garten gepflanzt. Die Menschen durften sich von allen Früchten ernähren – freilich ausgenommen der Frucht vom Baum der Erkenntnis. Ernährung war kein Problem. Als die Menschen diesen Garten verlassen mussten, waren sie auf sich selbst gestellt. Ackerbau war angesagt und es würde kein leichter Nahrungserwerb sein.

Die Veränderungen auf der Beziehungsebene wogen schwerer. Sie hatten ungetrübte, harmonische Beziehungen genossen. Jetzt hatten sie Gottes Gebot übertreten. Die Beziehung zu Gott war damit gestört. Sie hatten schnell gemerkt, dass ihnen jetzt etwas fehlte. Sie schämten sich. Sie fühlten sich nackt. Was bei gesunden Beziehungen kein Problem war empfanden sie jetzt als Belastung. Sie machten sich Schurze aus Feigenblättern, um ihre Blöße zu bedecken. Ihre Selbstwahrnehmung hatte sich verändert.

Gott hatte die Menschen in seinem Bilde geschaffen. Er hatte Adam eine Gesellin geschenkt, weil er sagte: Es ist nicht gut, dass der Mensch alleine sei.

Jetzt, als Gott in der Nähe war, versteckten sie sich vor ihm. Sie wussten, dass etwas zwischen Gott und ihnen stand. Sie hatten gegen den ausdrücklichen Willen Gottes gehandelt.

Dabei war alles durch Eva gekommen. Eva hatte Adam von der Frucht gegeben. Die Schlange hatte ihr das Verbot und die damit verknüpften Folgen ausgeredet. Es kann eine Ehebeziehung erheblich belasten, wenn ein Partner etwas tut, was beiden zum Nachteil gereicht.

Sie konnten vertrauensvoll mit Gott darüber reden, wie es zu der Übertretung gekommen war. Gott kümmerte sich liebevoll um die Menschen und machte ihnen Kleider aus Fellen. Doch sie mussten das Paradies verlassen.

Sie hatten vom Baum der Erkenntnis über Gut und Böse gegessen. Fortan war das Böse ein Thema. In zweiter Generation zeigte sich Neid und ein Bruder tötete den anderen. Schuld war in die Welt gekommen.

Es war eine Strafe, dass der Mensch nun hart arbeiten musste, um sich ernähren zu können. Gestörte Beziehungen, die Möglichkeit des Bösen und Schuld brachten zusätzliche seelische Anspannung. Kann man nicht mit etwas Abstraktionsvermögen einige unserer Stressfaktoren in dieser Geschichte wiederfinden?

Als Jesus auf der Erde war rief er Menschen zu: Ihr, die ihr euch plagt und ermüdet, kommt zu mir. Ich will euch etwas Gutes tun. Ich will euch ein Stück ungetrübter Ruhe schenken, damit ihr neue Kraft bekommt. Ich lade euch ein, von mir zu lernen. Ich meine es gut mit euch. (Vergleiche Matthäus 11,28-30).

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