Kindliche Lernprobleme als Gleichnis

Jesus Christus spricht:

„Kommt her zu mir…lernt von mir….; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.“ Matthäus 11,29

Eine wichtige Voraussetzung, um zu lernen ist Vertrauen. Kinder, die zwar regelmäßig den Unterricht besuchen, aber ihrem Lehrer misstrauen, haben es schwer. Wenn ein Kind das Gefühl hat, der Lehrer mag mich nicht, kann das den Lernerfolg beeinträchtigen.

Kinder sind auch empfindsam dafür, wie ihre Eltern oder andere Bezugspersonen über einen Lehrer denken. Wenn ein Kind empfindet, seine Mutter wäre mit einem Lehrer nicht einverstanden, sagt es sich vielleicht: Meine Mutter sagt, der Lehrer ist schlecht, deswegen bin ich lieber vorsichtig.

Ein schlechtes Gewissen kann ein Lernhindernis sein. Ein Kind hat seine Hausaufgaben nicht gemacht oder nur vom Nachbarn abgeschrieben. „Wenn der Lehrer das feststellt, schimpft er mit mir.“ Das Kind hat Angst vor missbilligenden Worten oder Strafe. Es ist bedrückt und passt deswegen im Unterricht nicht richtig auf.

Manchmal fühlen Kinder sich überfordert. Sie verstehen vielleicht, was der Lehrer ihnen beibringen möchte. Sie haben den Wunsch, dieses Ziel zu erreichen. Sie wissen aber nicht wie. Ein guter Lehrer knüpft am Kenntnistand bzw. an den Fertigkeiten eines Kindes an. Er muss kleine Aufgaben stellen, die das Kind bewältigen kann und an denen es wachsen kann.

Wenn ein Kind Vertrauen fasst, entsteht eine neue Beziehung zum Lehrer: Der Lehrer mag mich. Der Lehrer meint es gut mit mir. Was der Lehrer mir sagt ist gut für mich. So wie der Lehrer möchte ich werden. Der Lehrer ist mein Vorbild. Ich bin gerne in seinem Unterricht und lerne gerne.

Jetzt habe ich viel über Schüler und Lehrer geschrieben. Diese Gedanken könnten eine Art Gleichnis für unsere Beziehung zu Jesus sein.

Als Jesus auf der Erde lebte, sind viele Menschen zu ihm gekommen. Sie hatten unterschiedliche Auffassungen über Gott und die Welt. Jeder hatte seine eigene Lebensgeschichte. Sie überlegten sich wie sie sich zu Jesus stellen wollten.

Menschen hatten gegen Gottes Gebote verstoßen. Manche hatten ein schlechtes Gewissen, andere fühlten sich gerecht.

Zahlreiche Menschen, die sich an Jesus wandten, hatten Probleme. Viele sahen seine Wunder und hörten seine Predigten. Nur einige folgten Jesus nach und wurden seine Jünger. (Die Jünger Jesu könnte man auch als ‚Schüler‘ Jesu bezeichnen.)

Hier noch ein Gebet aus einem Psalm. Wer möchte, kann es zu seinem eigenen Gebet machen. Psalm 25 Verse 4 bis 7:

Herr, zeige mir deine Wege und lehre mich deine Steige. Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich! Denn du bist der Gott, der mir hilft; täglich harre ich auf dich. Gedenke, Herr an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Übertretungen, gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit, Herr, um deiner Güte willen!“ Amen.

5 Gedanken zu „Kindliche Lernprobleme als Gleichnis

  1. Das Vertrauen in Christus wird ja leider immer wieder überschattet vom Vertrauen in sich selbst. Wenn man sich selbst schlecht fühlt, dann ist auch die Beziehung zu Gott getrübt. Man fühlt sich irgendwie unwürdig. Zwar weiß man, dass der Herr alles vergibt und einen trotz allem sehr liebt. Aber man sagt sich innerlich: „Ich missbrauche die Liebe Gottes, weil ich nicht so handle, wie ich sollte.“ Ich denke, dass dieses Unwürdigkeitsgefühl vielleicht ebenso viele Menschen von Gott fernhält, wie der mangelnde Mut, sich auf Glaube einzulassen. Schuldgefühle sind die Plage unserer Gesellschaft. Und viele sehen in Gott eher jemanden, der diese Schuldgefühle verstärkt als dass er sie lindert. Das Gegenteil ist natürlich richtig – aber das ist intuitiv schwer zu erfassen.

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  2. Danke für diesen Kommentar. Solange wir auf dieser Erde sind werden wir Stimmungsschwankungen erleben. Unsere Stimmungen werden durch verschiedene Faktoren beeinflusst: z.B. Umwelteinflüsse, Lebensumstände,
    unsere Erwartungen, Ziele und Ansprüche,
    gesundheitliche Probleme, Müdigkeit, Erschöpfung…

    Schuldgefühle sind auch eine Stimmung. Schuldgefühle können auch auf unterschiedliche Weise Zustandekommen.

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  3. Es ist möglich, dass viele davor zurückschrecken, sich mit dem christlichen Glauben zu beschäftigen, weil Sünde und Schuld in der Bibel ein so zentrales Thema ist.
    Der Mensch neigt dazu Schuld oder Schuldgefühle zu verdrängen. Man fürchtet Nachteile, wenn etwas bekannt wird, was man gemacht hat. Man weiß um mögliche Strafen oder Konsequenzen. Man weiß wie manche Menschen reagieren, wenn man einen Fehler eingesteht und überträgt dieses Wissen auf Gott.
    Die Fähigkeit bestimmte Dinge zu verdrängen ist psychologisch gesehen ein Abwehrmechanismus. Es kann aber sein, dass solche Abwehrmechanismen irgendwann nicht mehr helfen. Es ist oft gut, sich den Dingen zu stellen, auch wenn es schwerfällt.
    Beim Thema Schuld stellt sich natürlich die Frage nach welchen Maßstäben man Schuld feststellt. In der Bibel sind zehn Gebote und das Doppelgebot der Liebe ein zentraler Maßstab.

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